Sportliches Abenteuer



Rudern bietet sportliche Abenteuer und Naturerlebnisse nicht nur bei uns, sondern auch in vielen anderen Ländern!

Anhand einiger Beispiele möchte wir Ihnen zeigen, welche wunderbaren sportlichen Herausforderungen und Naturerlebnisse Rudern bieten kann.

 

Rainer Rigele berichtet...

Das erste Foto zeigt Ruderer des RV Normannen und mich vom WRV Austria 1993 an der Weichselmündung in die Ostsee. Wir ruderten in 9 Tagen 514 Kilometer von Warschau nach Danzig. Unterwegs besuchten wir berühmte Städte wie Thorn, die Geburtsstadt von Kopernikus, und die Marienburg an der Nogat, dem ursprünglichen Sitz der Deutsch-Ordens-Ritter. Es war nicht nur ein traumhaftes Naturerlebnis auf der weitgehend naturnah erhaltenen Weichsel und der Nogat mit ihren vielen Sandbänken, Inseln, malerischen Buchten und einer vielfältigen Vogelwelt. Wir konnten auch die wunderbare Gastfreundschhaft der Polen kennenlernen, die uns in ihren Ruderklubs die ganze Strecke entlang herzlich aufnahmen. In Danzig angekommen, durchruderten wir die Kanäle der nach ihrer totalen Verwüstung im 2. Weltkrieg wieder großartig aufgebauten Stadt, vor dem Krantor und durch die Leninwerft.

 

Das zweite Bild zeigt den Masters-Achter der Austria beim Head of the River Race, welches jedes Jahr im Frühling auf der Strecke des weltberühmten Oxford gegen Cambridge-Parcours in London abgehalten wird. Mehr als hundert Achter aus der ganzen Welt matchen sich auf der 4 Meilen langen Strecke auf der Themse. Für uns Masters (Veterans) dauert das Rennen gute 20 Minuten.

Es war großartig zu sehen, wie begeistert die Briten nicht nur der Regatta der Universitäten, sondern auch diesem Breitensport-Event begegnen. Einmal konnte ich am Vortag auch das Match Oxford gegen Cambridge sehen, mit dem Lord-Mayor von London im Zielraum und 200.000 begeisterten Zuschauern entlang der Strecke.

 

Auf dem dritten Foto sieht man meinen "Vierer mit" bei der "Vogalonga" vor dem Markusplatz in Venedig. Mehr als 800 Boote, vom Kajak über jede Art von Ruderboot bis zu 20-Mann oder Frau-Gondeln nehmen jedes Jahr an dieser Regatta teil. Es geht über 30 Kilometer vom Bacino di San Marco weg, das Arsenale entlang nach Torcello, dann durch Burano und Murano und an der Friedhofsinsel San Michele vorbei, schließlich hinein in den Canale di Cannaregio und in den Canale Grande zum Ziel vor die Chiesa di Salute, wo die Siegerpokale und Diplome  für jeden, der die Strecke bewältigt hat, übergeben werden. Manchmal kann diese Partie etwas rau werden, besonders wenn die Bora bläst. Dann hängt es vor allem von der Kunst der Steuerleute ab, ob man über Wasser bleibt oder von den Begleitbooten der Carabinieri aufgefischt werden muss. Unvorstellbar ist die Begeisterung der Italiener, Musikkapellen spielen an den Ufern der Laguneninseln, man wird zum Anhalten und Jausnen eingeladen! Ab der Einfahrt in den Canale di Cannaregio stehen die Zuschauer dichtgedrängt an den Ufern und auf den Brücken und feuern Ruderer, Gondelruderer und Paddler an. Die Teilnehmer haben unterschiedlichste Ambitionen, vom Rennrudern in gut zwei Stunden über die ganze Strecke bis zum Ankommen innerhalb der Wertungszeit von 5 Stunden, mit Rasten einschließlich dem einen oder anderen Gläschen an der Strecke. Wir schafften es damals in etwa 2,5 Stunden.

 

Zu einem meiner schönsten Naturerlebnisse in der näheren Heimat zählt eine Tour mit Freund Gerhard Roth vom RV Donauhort, von Nußdorf zur, damals tschechischen, Grenze oberhalb von Pressburg - Bratislava. Das war noch vor der Errichtung des Kraftwerks Freudenau, wir konnten die Strecke also ohne Übertragen des Bootes durchrudern. Es ging im Morgengrauen los, wir hatten wunderbares Wetter und einen günstigen Wasserstand, so dass wir es bis zum Einbruch des Abends nach Nußdorf zurück schafften, 110 Kilometer hin und zurück mit etwa 12 maligem Übersetzen, weil man immer das Ufer mit weniger Strömung entlang rudert, also meist in der Kurven-Innenseite. Das vierte Foto zeigt eine Rast auf unserer "Bergfahrt" an einer Sandbank gegenüber von Deutsch-Altenburg.

 

Wenn man Interesse hat bietet der internationale Ruderverband FISA auch die Möglichkeit, als Masterin oder Master an Wanderfahrten in praktisch der ganzen Welt teilzunehmen. Dabei begegnen sich immer wieder Ruderkameraden aus aller Herren Länder, die sich schon viele Jahre lang von Regatten oder Wandefahrten her kennen. Das ist eine richtige internationale Ruderer - Familie! Rudern bietet  tollen Sport mit wunderbaren Naturerlebnissen und Kameradschaft wie kaum ein anderer!