14. Sieg en suite für Veronika



Ein Bericht von Veronika Ebert

Samstag, 10.Oktober 2015. Ein sonniger Herbsttag sieht anders aus, aber Ruderwetter ist – zumindest zu Beginn der Veranstaltung – allemal. Pünktlich um 11 Uhr der erste Start, im Abstand von 5 Minuten werden die mehr als 220 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die fast 16 km lange Strecke gelassen.  In meinem Feld nur Damen der Altersklasse C, der am stärksten besetzten Frauenklasse mit 14 Starter/innen.

Mit dabei auch wieder Jitka Masatova aus Prag, eine sehr starke Ruderin, die ich vor zwei Jahren nur um 15s distanzieren konnte. Gleich beim Start reihen wir uns nebeneinander ein.

Leichter Gegenwind, nur kurze windarme Streckenabschnitte kennzeichnen dieses Rennen. Mit Schlagzahl 26-28 beginne ich dieses Rennen, um sehr rasch zu merken, dass das bei der von mir gewählten Rudereinstellung zu schnell ist – die Unterarme werden hart, ich reduziere die Schlagzahl auf 24-25. Etwa 1 Länge vor der tschechischen Konkurrentin bestreite ich die ersten Kilometer bis Dellach. Bald ist die Mitte des Sees erreicht, mein taktisches Vorhaben, die Tschechin zu kontrollieren, ohne mich dabei zu früh zu verausgaben, geht bisher auf. Schon werden die ersten Starter/innen des 5 min vorher gestarteten Feldes eingeholt. Ab der Mitte des Sees, im Bereich der Kapuzinerinsel, habe ich den Eindruck, dass Jitka versucht, zu attackieren. Ich kontere, und vergrößere den Abstand zwischen unseren beiden Booten. Am Ende wird es ein Vorsprung von 1:10 min, ohne dass ich ans Limit gehen musste. Die Zeit ist mit 1:20:50 langsam, aber Gegenwind auf fast der gesamten Distanz verhinderte eine wirklich gute Zeit.

Wie viel Glück wir bei unserem Lauf hatten, wird mir erst nach dem Rennen klar: Später startende Ruderer und Ruderinnen haben deutlich mehr Gegen- und Seitenwind abbekommen, ihre Boote schlugen mit Wasser voll. Die Lösungen, die die durchwegs routinierten Ruder/innen fanden, um dem Wasser im Boot Herr zu werden, waren durchaus kreativ: „Ich hab meine Schlapfen genommen, und das Wasser damit herausgeschöpft“, berichtet eine Ruderin. „Ich habe meine Schlapfen aus dem Heckbereich weggeräumt, dann zwei plötzliche kräftige Schläge gemacht, damit das Wasser wieder aus dem Boot schwappt, berichtet der Evergreen Heinz Ruth vom Ruderclub Auseerland.

Damit war klar, dass die Zeiten zwischen verschiedenen Abteilungen in diesem Jahr kaum vergleich bar sind, früher Startende hatten mit Sicherheit bessere Bedingungen.

Zufrieden mache ich mich auf die Heimfahrt. 14 Starts bei der Rose, und 14 Klassensiege….das ist wirklich eine schöne Serie!