Distanz ist, was dein Kopf draus macht



Es war der 12. Oktober, und es war angerichtet… München präsentierte sich im strahlenden Sonnenschein, bei Windstille und idealen Lauftemperaturen. Georg und ich stehen am Start des München Marathons, fit, motiviert und das einzige was uns jetzt noch vom Ziel trennte waren lediglich 42,195km.

Eine nahezu lächerliche Distanz im Vergleich zu den fast 1.700km (was einer Distanz von Wien nach Hamburg und wieder retour entspricht) die wir in ca. 140 Laufstunden der Vorbereitung absolviert haben – soweit die Theorie.

Nach Abspielen der ehemaligen österreichischen Kaiserhymne – oder war es doch die deutsche Bundeshymne – symbolisierte ein lauter Böllerschuss den Start zu unserem Saisonhighlight.

Innerhalb kürzester Zeit bewegen sich tausende Laufshirts und die doppelte Anzahl meist knallbunter Laufschuhe mit Ihren Besitzern über die Startlinie. Das piepsen ebenso vieler Puls-/Stopp-/GPS – Uhren die gestartet werden unterstreicht: „Auf geht’s!“

Nach den ersten Kilometern voller Konzentration, wird der Rhythmus gefunden und die Gedanken drehen sich um elementare, wegweisende Themen. „Ist der Start bei diesem Event wohl noch dämlicher als die Teilnahme beim Erzberglauf im letzten Jahr?“, „Warum sind wir nicht einfach eine Woche früher nach München gefahren, da war noch Oktoberfest?“ und „Es ist immer noch günstiger die im Training absolvierte Strecke Wien-Hamburg-Wien zu fliegen (Kosten ca. 200€) als diese zu laufen, weil Laufschuhe nach spätestens einigen Hundert km getauscht werden sollten. – abgesehen von der Zeitersparnis.“

Es lief rund, und wir wirklich gut. Kilometer für Kilometer wurde absolviert und wir näherten uns dem Ziel im Olympia Stadion. Perfekt betreut wurden wir entlang der Strecke von unseren „besseren Hälften“, die neben der Funktion als „Kohlenhydrat-Transporter“ hauptsächlich für die Moral der Truppe zuständig waren. Das komplette Package aus idealer Vorbereitung, guter Stimmung, schöner Strecke, toller Betreuung und und und…. beflügelte mehr als es wohl jeder österreichische Energy Drink geschafft hätte.

Deshalb wird dieses Marathon Wochenende uns ewig in positiver Erinnerung bleiben und uns mit Stolz zurück blicken lassen. Die Beine blieben locker (meistens), wir hatten noch genug Konzentration die Touristischen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke zu genießen (manchmal) und ließen das zahlreiche Publikum entlang der Strecke aufgrund unserer Leistung in Jubelschreie ausbrechen (okay, dieses Jahr noch nicht, aber nächstes Mal bestimmt…).

Auf jeden Fall erreichten wir zufrieden in 3h:30min (Georg) bzw. 3h:13min (Andi) das Ziel im Münchner Olympiastadion in dem sich die Stadt wieder von Ihrer gemütlichen Seite zeigte – nach der Qual gabs Bier nach Wahl.

Fazit: München immer eine Reise wert. Und etwas Schockierendes haben wir auch noch gelernt: Konsequentes Training zahlt sich wirklich aus!!