Ruderwochenende in Zürich war ein voller Erfolg



 

Am 29. und 30. März 2014 organisierte Rahel Cerna ein Ruderwochenende im Polytechniker Ruderclub Zürich. Ihrer Einladung sind einige Mitglieder gefolgt.

Mehr von den besten Fotos findet ihr hier.

 

Rahel Cerna berichtet...

Auf zu neuen (oder alten) Ufern!

Noch zwei Tage vorher habe ich mich gefragt, ob das nicht alles unglaublich daneben geht, aber das wusste außer meinem Mann zum Glück niemand, denn: ES HAT WUNDERBAR GEKLAPPT!

Nämlich das Ruderwochenende für Austria-Mitglieder am Zürichsee. Dank der wirklich tollen Gastfreunschaft des Polytechniker Ruderclubs Zürich durften wir zwei Tage lang deren Bootspark und Bootshaus nach Lust und Laune nutzen. Empfangen und begleitet wurden wir von Ulrike Walter, die sich zwei Tage Zeit nahm, uns nicht nur Boote, Logbuch und Fahrtordnung am Zürichsee, sondern auch geologische Grundlagen der Gegend rund herum zu erklären - und auch noch Weiterbildung für die mit ihr Rudernden anzubieten. Danke, Ulli!!!

Geradezu unglaublich waren auch die Wetterbedingungen: der See war spiegelglatt (das gibt es an der Kuchelau ja schon ab und zu, aber am Zürichsee eben nicht ganz so oft), die Sonne schien und die Motorbootfahrer waren noch nicht aus dem Winterschlaf erwacht! So ein Wochenende gibts nicht zweimal!

Wie das dann ablief, hat Nadja in ihrem Bericht schon beschrieben, die entscheidende Frage hat sie auch schon gestellt (wie schafft man es, nach nur 3h Schlaf 22km zu rudern?), die ca. 100 "wir werden nie vergessen"-Insider erspare ich jetzt allen, die das lesen und nicht dabei waren. Aber drei Highlights muss ich doch erwähnen:

- das tolle Gefühl, wie wir nach der ziemlich heftigen Hektik (7.20h habe ich die Zugfahrerinnen am Bahnhof abgeholt, um 7.32h fuhr unsere S-Bahn, dann im Laufschritt zum Club, 7.50h ist Bootseinteilung für die "offene Ausfahrt", 8h sitzen wir schon im Boot) vom Steg wegfahren und der Doppelvierer mit Kerstin, Doro, Marion und mir richtig gut läuft

- die Sachertorte, die Elisabeth mitgebracht hat, und die sowohl von uns selbst als auch von den Mitgliedern des Frauen- und des Männerachters des PRC sehr geschätzt wurde

- die lange Ausfahrt am Sonntag bis nach Oberrieden, am Ausflugsdampfer mit Goldhasen drauf vorbei, und anschließend noch unter der Quaibrücke durch auf die Limmat - wir wissen nicht, auf wie vielen japanischen Fotoalben wir nun verewigt sind, es dürten an die 3000 sein... aber sie hatten ja Recht: es war einfach schön!

All das macht Lust auf mehr, und da der Zürichsee nicht ganz um die Ecke ist, werden wir wohl zunehmend doch auch die Donau befahren, um das Gefühl der Weite wiederzufinden. Auch die Idee gemeinsamer Unternehmungen wird sicher weiterleben, sei es eine Sternfahrt, ein weiteres Wochenende an neuen Ufern (eine Einladung nach Luzern haben wir schon), oder nur im kleinen Rahmen die Geselligkeit der Picknicks. Und: wir haben natürlich zum Gegenbesuch eingeladen, vielleicht können wir ja im Herbst auch mal den Zürchern zeigen, wie es so ist, ein immer (oder fast immer) flaches Rudergewässer zu haben!

Danke jedenfalls an alle, die mitgeholfen haben und die mitgefahren sind: es war einfach schön!

 

Nadja Hahn berichtet...

Rowing Deluxe.

Am Samstag um 07:10 fällt mein erster Blick auf den Zürichsee. Er ist spiegelglatt und dunkelblau. Nur ein paar Schwäne ziehen ihre Bahn. Im Hintergrund die schneebedeckten Berge, ein warmer sonniger Tag zeichnet sich ab. Was für eine Vorfreude! Als ich endlich das Bootshaus des Polytechniker Ruderklubs gefunden hab, so gegen 07:25, ist dort schon Betrieb. Langsam trudeln Rahel und die anderen Mädels ein, sie kommen direkt vom Nachtzug. Yelena und Markus finden uns nach einer kleinen Irrfahrt schließlich auch. Jetzt wird keine Zeit verloren, die Schweizer verfrachten uns Wiener Rudertouristen in die Boote. In meinem Boot regiert Ulli, die Geologin. Erste Erkenntnis: Die Schweizer haben andere Kommandos. Ulli hat auch ihre eigene Starttechnik, die sehr zu empfehlen ist. Die erste Ausfahrt führt uns zur Lindt Sprüngli Schokofrabrik. Wir wenden beim "Maitre Chocolatier", das hat eindeutig mehr Stil als die Nackerten in der Kuchelau. Schließlich geht es an den kulinarischen Kulturaustausch. Wir packen Marillenmarmelade und Sachertorte aus. Und bewundern dieses wahnsinnig ordentliche Bootshaus. Dann geht's auf die Stadt, wir entdecken die wunderschönen Kirchenfenster von Chagall, vernichten ein paar Brote im Park und schlendern schon ziemlich schlapp zur Aussichtsterrasse der ETH. Mich haben Ausfahrt und Brote geschafft, also musste ich dort oben ein Schläfchen auf der sonnigen Parkbank einlegen, während die anderen weiterziehen. Zweite Ausfahrt im Abendrot. Dann noch eine üppige Grillage vorm Bootshaus. Unsereins ist danach satt und glücklich nach Hause gefahren. Einige Mädels hingegen, waren die ganze Nacht in Zürich lumpen. Beim Sonntagsbrunch haben sie dann eher deftig gegessen, zur Reparatur. Und sind anschließend hoch motiviert ganze 22 Kilometer gerudert. Hut ab. Wie das geht, frag ich mich heute noch, aber das sollen die Mädels selbst erzählen. Ich sag nur noch: Danke Rahel, für dieses herrliches Wochenende!