…weil gute Geschichten nie mit einem Glas Wasser beginnen!



Es war eines dieser Versprechen das man mir wohl nur spät abends nach einigen kohlenhydratreichen Getränken abringen kann. Anders kann ich es mir nicht mehr erklären warum ich Philipp zusagte mit ihm beim Erzberglauf teilzunehmen. 12,5km mit ca. 760 Höhenmetern garniert, auf Schotterstraßen hinauf auf den Stolz der Steiermark – den Erzberg. Weil ich ein guter Freund bin zog ich Georg gleich mit ins Verderben und meldete auch ihn an. Welche Überredungskünste ich dafür benötigte – muss wohl auch an den Herren Stiegl und Gösser gelegen haben.

Da standen wir nun also am 10. August in unseren Laufschuhen und topmodischen Shirts am Start des 11. Internationalen Erzberglaufes. Der Wettergott meinte es ausnahmsweise gut für uns. Die Hitze der letzten Tage war kein Thema mehr, auch das Gewitter des Vorabends war vorbei und so herrschten ideale Laufbedingungen. Außerdem sorgte dichter Nebel dafür, dass wir die tatsächliche Höhe des Berges nur erahnen konnten – Gott sei Dank. Nur die Worte unseres Fanclubs am Vortag surrten noch im Kopf „Ihr seid so bescheuert“ (© Babsi) bekamen eine deutliche Wahrheit.

Eine inszenierte Sprengung direkt nach Abspielen der Steirischen Landeshymne und schon ging es los. Vorbei an übermotivierten Nordic Walkern die mit Ihren Stecken unbedingt in den ersten Reihen des Startblockes  stehen mussten und möglichst früh Rhythmus finden. Georg und ich bildeten eine gut funktionierende Einheit und schraubten uns Etage für Etage gemeinsam hinauf in Richtung Ziel. Auch das Überholmanöver einer Frau die laut eigenen Aussagen „nicht bergauflaufen kann“ brachte uns nicht aus dem Konzept und es ging zügig weiter. Die letzten Kilometer wurden netter Weise immer steiler, aber es ging besser als befürchtet. Wir überholten Läufer für Läufer (auch die vorher genannte Läuferin wurde zurück überholt) und schon war Zeit für den Endspurt. Georg galoppiert wie ein Pferd, ich wie ein Pony und plötzlich sind wir ganz oben und haben die Finisher Medaillen um den Hals (und das Frühstück vor den Schuhen). Nach ca. 67 Minuten (3 Minuten schneller als geplant) haben wir es also geschafft und schon drehen sich die Sorgen darum ob in Finisher Package auch ein kühles Bier sein könnte.

Philipp bezwang den Berg ebenfalls bravourös, nach ca. 94 Minuten, und wir können nur hoffen, dass es ihm noch weniger Spaß gemacht hat als uns – es war ja schließlich alles seine Schuld.

Eigentlich war es aber super. Toll organisiert, hilfsbereite freiwillige Helfer, eine einzigartige Strecke und ein wenig stolz ist man doch oben angekommen zu sein. (Andi Hahn)