Vienna Night row



Das war Hollywood pur! Der WRC Lia organisierte den 1. Vienna Night Row. Die Idee dahinter: Ein Sprintbewerb über 300m in der Königsklasse des Rudersports im Achter (8+) – und das ganze bei Flutlicht vor der Skyline von Wien. Eine brilliante Idee mit ebensolcher Umsetzung. Perfekt organisiert, kulinarische Schmankerl und ein Meldeergebnis das Spannung versprach.

Die Vorläufe noch bei Tageslicht, waren sowohl für Athleten als auch Zuseher ein Aufwärmen für alles was noch folgen sollte. Bei Einbruch der Dunkelheit sorgten die Organisatoren dafür, dass allen ein Licht aufging und jeder verstand sofort, warum diese Veranstaltung nur ein Erfolg werden kann. Flutlichter, beleuchtete Bojen und Boote tauchten die Alte Donau in ein ganz spezielles Licht. Ob Athlet oder Zuseher – die Finalläufe standen kurz bevor und die Spannung sowie Nervosität war überall zu spüren.

Wir Austrianer waren sowohl im Mixed als auch im Männer 8+ am Start. Mit teils sehr starken Läufen konnten sich beide Boote für das große Finale qualifizieren und eliminierten dabei Gegner wie die LIA (Mixed Achter) oder die großen Favoriten auf den Gesamtsieg Grashoppers Zürich (Männer 8+).

Der Mixed Achter hatte die Ehre das erste Finale des Tages und damit auch der Geschichte des Nachtruderns in Österreich zu sein. Bereits ein gutes Gefühl beim Aufwärmen, Gänsehaut kurz vorm Start und bereits nach 15 Schlägen stand fest – den Sieg lassen wir uns nicht nehmen. Mit einem riesen Vorsprung von mehr als 1 Achterlänge (auf 300m!) kürte sich der WRV Austria zum ersten Sieger der Nachtrennen in Österreich. Der mitgereiste Fanclub, wieder mal einer der größten und lautesten (diesmal dank Valis Kochkünsten auch kulinarisch auf höchsten Niveau) im Freudentaumel aber auch die anderen Zuseher und der wirklich hervorragende Regattasprecher sorgten für tolle Stimmung.

Bereits wenige Minuten später sollte das Finale der Männer über die Bühne gehen. Daher blieb nicht viel Zeit zum Feiern und der Fokus musste sofort neu eingestellt werden. Das Männer Finale sollte alles an Dramatik bis dahin geschehene in den Schatten stellen. Trotz der Erfolgserlebnissen und der Chance das Double zu holen im Hinterkopf, zeigten die bisherigen Rennen ihre Spuren. Kurz vorm Start mussten aufgrund des Zeitmangels noch im Boot Krämpfe behandelt und die Beine durch Massagen locker gehalten werden – gut, dass wir die einzige Mannschaft sind die sogar eine Physiotherapeutin als Steuerfrau mithat. Der starke Seitenwind machte das Ausrichten beim Start fast zur unlösbaren Aufgabe. Minutenlang dauerte es bis das Starkommando erfolgen konnte. Dann ein Frühstart der Lia – zum Glück hat es der Startrichter gesehen – Neustart. Ein zweites Mal minutenlanges ausrichten – der Start funktioniert perfekt wir sind bereits fast eine halbe Länge vorne – bis wir vom Achter aus Deutschland gerammt werden. Die Lia fährt weiter, lässt sich im Ziel bereits als Sieger feiern – aber Schiedsrichter sein Dank – Neustart. Der Fanclub am Feiern aufgrund der neuen Chance. Es musste aber noch geklärt werden ob wir die Chance überhaupt wahrnehmen könnten. Bei der Karambolage bekam Max Inmann einen Riemen auf den Kehlkopf und wurde dabei fast aus dem Boot geschleudert. Auch das Boot, Ausleger und Ruder mussten auf Funktionstauglichkeit getestet werden – da knackste einiges sehr verdächtig. Am Floß wurde Maxi versorgt und nach ca. 15 Minuten bangen stand fest wir probierens nochmal.

Erneut mehrmalige Versuche die Boote auszurichten – „Attention – Go“ – das Starkommando gilt und die Boote schieben so schnell sie können – und wir vorneweg am Schnellsten. Zur Halbzeit die Mannschaft aus Deutschland bereits abgehängt – deutet alles auf ein Finale zwischen dem Veranstalter LIA und uns hin. Die Dunkelheit erleichtert den Fokus, „Blick geradeaus und rudern“, die Steuerleute sind trotz Coxbox und 3 Boxen im Boot nur noch wie ein Rauschen zu hören – die Zuseher am Rand angefeuert vom Regattasprecher springen  von Ihren Sitzen und schreien. Das Laktat pocht im Kopf – aber der Vorsprung wird größer – die letzten 3 Schläge werden zum Genuss – wir haben das Double à Sieg auch im Männer 8er! Die Fahrt vorbei an der Zusehertribüne wird zur Triumphfahrt. Der Jubel beim Anliegen ist riesig wenn auch leiser als die Freude vermuten lassen würde – aber der Fanclub ist nach stundenlangem Anfeuern fast heiser und die Athleten ringen noch nach Luft. Bei der stimmungsvollen Siegerehrung ist das jedoch schon anders. Mitten im Scheinwerferlicht sowie im Blitzlichtgewitter am Lia Floß werden die Pokale und Medaillen überreicht, die Steuerleute unter Applaus der Zuseher ins Wasser geworfen – es hat alles etwas unwirkliches, einen Hauch von Hollywood. Spätestens jetzt ist die Gänsehaut nicht mehr zu verbergen und einer langen Partynacht steht nichts mehr im Weg.

Die Mannschaften danken dem Fanclub sowie den Organisatoren für eine unvergessliche Nacht. Wir kommen nächstes Jahr sicher wieder zum „Vienna Night row – der Regatta mit Gänsehaut- Garantie“.